Nicht nur beim Meeressurfen wird der Einfluss von Finnen auf das Boardgefühl und Verhalten des Boards unterschätzt. Auch beim Rapid Surfing machen unterschiedliche Finnen und Finnensetups einen großen Unterschied.
Das schöne beim Rapid Surfing ist, dass man diesen Unterschied selbst gut erfahren kann und auch spürt. Dies liegt daran, dass man im Vergleich zum Meer viel Zeit auf dem Brett verbringt und tatsächlich surft. Solange man kein sehr versierter Surfer ist, verbringt man pro Surftrip nur wenige Minuten tatsächlich auf dem Board am surfen. Beim Rapid Surfen schafft man in ein-zwei Sessions meist mehr als in 2 Wochen am Meer Auch ändern sich die Bedingungen von Welle zu Welle auch deutlich weniger, sodass man einen Finnenwechsel direkt deutlicher spürt.
Egal ob Festigkeit, Größe der Finnen oder Setup. Den Unterschied kann man sehr gut spüren.
In diesem Guide schauen wir uns zuerst an, warum das richtige Setup wichtig ist und welche Finnensetups meist auf stehenden Wellen gesurft werden. Dann schauen wir noch drauf, welche Unterschiede durch unterschiedliche Finnen entstehen und wie du welche Finnen für unterschiedliche Zwecke verwenden kannst.
Warum ist das richtige Setup beim River Surfing so wichtig?
Von der Wahl der Finnen hängt ab, wie gut das Surfboard beschleunigt, sich beim Angleiten verhält, welche Endgeschwindigkeit es erreicht und wie es sich bei Turns verhält, sowohl wie einfach es sich dreht als auch mit wie viel Druck man in den Turn gehen kann.
Beim Surfen gibt es als Set-Ups:
- Single Fins
- Twin Setup
- Thruster Setup
- Quad Setup
- 2+1 Setup
Beim Rapid Surfen werden hauptsächlich zwei Setups gefahren. Dies sind das Twin Setup mit nur zwei Finnen oder das 2+1 Setup. Ein modifiziertes Thruster Setup, bei dem die Centerfinne durch anders als im Meer nicht durch eine große, sondern durch eine kleinere Rapid Centerfinne ausgetauscht wird.
Twin Setup bei schwächeren Wellen
An schwächeren bis mittelstarken Wellen werden oft Twin-Setups verwendet. Sie bieten viel Wendigkeit, dafür besteht die Gefahr, dass das Tail bei viel Druck im Turn ausbricht.
Das Setup ist sehr zu empfehlen, wenn man einen geschmierten Dreier üben will.
2+1 Setup bei stärkeren stehende Wellen
Das meistgesurfte Setup beim Rapid Surfen ist das 2+1 System mit zwei großen Seitenfinnen und einer kleinen Trailerfinne. Die Centerfins wurden dafür extra fürs Rapid Surfing entwickelt.
Dieses Setup bietet weiterhin größere Agilität als ein Thruster Setup mit großer Centerfinne, hält aber gleichzeitig mehr Druck in den Turns aus, wodurch kraftvoller gesurft werden kann.
Kostenoptimierung bei Finnen im Rapid Surfing
Wie beim Surfboard sind auch die Finnen den Steinen, Kickern und Wänden der Wellen ausgesetzt. Dadurch kommt es recht häufig zum Bruch der Finnen.
Aus diesem Grund findet man beim Rapid Surfen meist keine teuren Finnen-Sets wie z.B. von FCS. Hier schmerzt der Verlust einfach zu sehr. Auch sehr harte Finnen, wie z.B. Honeycomb Finnen sollten nur auf Wellen genutzt werden, bei denen das Risiko eines Finnenbruchs nicht allzu hoch ist. Durch die Robustheit der Finnen ist das Risiko besonders hoch, dass nicht die Finnen abbrechen sondern der Finnenkasten rausbricht. Das ist am Ende nicht nur teurer, sondern kostet auch Zeit für die Reparatur.
Es gibt mehrere Strategien, wie man dieser Herausforderung begegnen kann:
- Sehr günstige Plastikfinnen nutzen, die auch einfach abbrechen. Hier tut es nicht so weh, wenn die Finnen abbrechen. Auch ist das Risiko, den Finnenkasten zu beschädigen sehr niedrig. Jedoch brechen sie auch einfacher und unter weniger Belastung als festere Finnen. Es ist also immer ein für und wieder.
- Man kann Flex-Finnen nutzen. Hier gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Zum einen gibt es die Softflex Finnen von Buster . Diese sind komplett biegsam und es kommt so gut wie nicht zu einem Bruch. Auch sind die Finnen Stumpf, wodurch das Verletzungsrisiko bei den Finnen minimiert wird. Sie fühlen sich im Gegenzug "wabbelig" an und reagieren verzögert. Sie sind deswegen nur für Beginner ganz am Anfang zu empfehlen.
Die zweite Flex Finne ist die orangene Finne von Rebel Fin. Diese Finnen haben im Gegensatz zur Softflex Finne ein richtiges Finnenprofil und ähneln sehr härteren Finnen. Bei diesen Finnen sind die Ränder und die Spitze leicht flexibel und gibt bei Kickerkontakt nach. Sie leisten eine deutlich bessere Performance als die Alternative und sind auch für fortgeschrittene Surfer super geeignet. - Kleinere Finnen. Vor allem an Spots wie der Leinewelle, wo der Kicker bei wenig Wasser sehr nah unter der Oberfläche ist, können kleinere Finnen einen Unterschied machen. Hier nimmt man dann jedoch Abstriche bei Geschwindigkeit und auch dem Widerstand in Turns in Kauf. Dafür bieten diese Finnen durch den geringeren Widerstand und Drive auch mehr Wendigkeit.
Hier haben wir Finnen in Small, Extrasmall und XXS im Angebot.
Um diesem Problem entgegenzuwirken sollte man sich zudem an den Spots informieren, wo die größten Gefahren für die Finnen lauern und wie man die Gefahr eines Finnenbruchs minimieren kann.
Und da es nichts ärgerliches gibt, dass immer die gleiche Seite abbricht während sich die Finnen der anderen Seite zu Hause stapeln, haben wir auch einzelne Ersatzfinnen im Angebot.
FCS 1 oder FCS 2 Finnen
Beim Rapid Surfing sind FCS 1 Finnen in FCS 2 Finnenkästen unabhängig der Festigkeit der Finnen am weitesten verbreitet.
Bei FCS 2 Finnen ist die Bruchgefahr des Finnenkastens höher, da über die größere Base im Kasten auch mehr Kraft auf diesen übertragen wird. Auch ist das Entfernen von abgebrochenen FCS 2 Finnen ist kniffliger.
Gute Surfer:innen, die kaum mehr Finnen abbrechen, greifen jedoch gerne auf FCS 2 Finnen zurück, da sie sich ohne Schrauben nutzen lassen und einfach abmontiert werden können, was den Transport des Surfboards vereinfacht.
Die Steifigkeit der Finnen
Je steifer eine Finne ist, desto direkter reagiert das Surfboard und die Performance wird besser.
Günstige Plastikfinnen sind hingegen weicher und das Gefühl ist nicht so direkt.
Hier sollte man dementsprechend versuchen wann immer möglich steifere Finnen zu surfen. Allerdings sind diese meist auch nicht die günstigsten Finnen und bei Bruch wird es teuere. Hier sollte jeder ein persönliches Mittelmaß finden.
Ausprobieren und mit Finnen-Setups auf stehenden Wellen spielen
Da man beim Rapid Surfing so viel Zeit auf dem Surfboard verbringt und dadurch die Unterschiede von unterschiedlichen Größen bei Finnen, unterschiedlichem Material und Steifigkeit sowie Setup gut spüren kann, lohnt es sich mit verschiedenen Setups zu spielen, um ein besseres Gefühl zu bekommen, aber auch die verschiedenen Eigenschaften zu nutzen, wenn man Neue Dinge lernen will.
Verschiedene Finnen-Setups, um Tricks lernen
Wenn du dabei bist Tricks zu lernen lohnt es sich, anfangs andere Setups zu nutzen. Vor allem geschmierte Dreiern (360° Grad-Drehungen) sind deutlich einfacher zu lernen, wenn das Surfboard mehr Wendigkeit besitzt. Dies kannst du erreichen, indem du kleinere Finnen nutzt oder auf die Centerfinne verzichtest.
Wenn du den Trick dann mit dem Setup stehst, kannst du auf Finnen mit mehr Widerstand und weniger Wendigkeit wechseln wie ein 2+1 Setup oder mit größeren Finnen.
Finnen-Setups die man im Rapid Surfing ausprobieren kann
Wenn du mit deinem Setup herumspielen willst, um ein Gefühl für verschiedene Finnen zu bekommen und wie die Unterschiede spürbar sind kannst du folgende Dinge ausprobieren:
Größe der Finnen:
Spiele mit M, S und XS Finnen herum und spüre wie sich das Fahrverhalten deines Surfboards ändert.
Setup der Finnen:
Fahre ein Twin-Setup und danach ein 2+1 Setup, einmal mit kleiner Centerfinne, einmal mit Knubster und teste, wie sich das Tail in den Turns verhält und wie viel Widerstand du hast, bzw. wie das Tail ausbricht.
Steifigkeit der Finnen:
Du kannst Flexfinnen oder auch die günstigen Plastikfinnen surfen und danach härtere Finnen aus Carbon und Glasfaser nehmen, um zu spüren wie das Board direkter oder weniger direkt reagiert.
Wichtig: Du solltest immer nur einen Parameter verändern und nicht verschiedenes gleichzeitig ausprobieren, damit du auch die einzelnen Unterschiede spürst.
Wenn du das gemacht hast, wird dir auch bewusst, warum du unterschiedliche Surfboards immer mit dem gleichen Finnensetup surfen solltest, wenn du die Surfboards vergleichen willst. Denn wenn du ein Surfboard testet und es mit einem anderen Finnensetup ausgestattet ist, wie du es gewohnt ist, besteht keine Möglichkeit die Surfboards wirklich zu vergleichen. Ein Surfboard kann sich mit unterschiedlichen Finnensetups komplett unterschiedlich anfühlen.